Michelangelo Pistoletto

Michelangelo Pistoletto, 1933 in Biella, Italien, geboren, lebt und arbeitet in Turin. Pistoletto ist eine der führenden Persönlichkeiten der italienischen Arte Povera und ein Pionier der konzeptuellen und partizipatorischen Kunst. Sein Werk untersucht häufig die Beziehung zwischen Kunst und Leben, Betrachter und Bild, Illusion und Realität. In den 1960er-Jahren erlangte Pistoletto mit seinen Mirror Paintings frühe Bekanntheit – hochglanzpolierte Stahlplatten, die den Betrachter und den umgebenden Raum spiegeln und so Kunst mit dem gegenwärtigen Moment verschmelzen lassen. Im Verlauf seiner Karriere strebte er stets danach, die Grenzen zwischen den Disziplinen aufzulösen, und gründete in den 1990er-Jahren die interdisziplinäre Cittadellarte als Labor für sozialen Wandel durch Kunst. Seine Praxis wurzelt in dem festen Glauben an das Potenzial von Kunst, Gesellschaft zu gestalten und einen Dialog über Zeit, Raum und Kulturen hinweg anzustoßen.

Michelangelo Pistoletto Editionen

Michelangelo Pistoletto 1998 Affresco - 5

Affresco - 5

1998

Aus: Wall Works
Fünf Spiegelfragmente, montiert auf einer gelb, grün, orange, blau, rot oder grau gestrichenen Wand. Die Spiegelfragmente haben eine unregelmäßige Form und Größe; der Spiegel ist vor der Fragmentierung 150 x 150 cm groß; die Größe der Installation hängt von der Wand ab. Limitiert auf 12 Installationen, mit signiertem und nummeriertem Zertifikat.

Affresco - 5

Pistoletto über seine Wandarbeit-Edition: „Ein einzelner Spiegel, der in mehrere Teile geteilt ist, repliziert sich selbst und dehnt sich im Raum aus, ähnlich wie bei der Zellteilung. Diese Wandarbeit stellt eine Parallele zwischen der Virtualität des Spiegels und der Realität der Biologie her.“

Michelangelo Pistoletto 1998 Gemelle (Mirror Triptych)

Gemelle (Mirror Triptych)

1998

Aus: Sequences
Drei Acrylglas-Spiegel, bedruckt mit Siebdruck. Jeweils 50 x 40 cm (19¾ x 15¾ in), verso signiert und nummeriert. Edition limitiert auf 60 + X.

Diese Edition von Michelangelo Pistoletto ist eine eindringliche Reflexion über Identität, Wahrnehmung und Präsenz. Das Werk besteht aus drei mit Siebdruck bedruckten Spiegeln aus Acrylglas, die als Triptychon angeordnet sind. Auf den seitlichen Tafeln erscheinen zwei nahezu identische Porträts – fotografische Abbildungen von Pistolettos Zwillings­töchtern –, jeweils im Profil und einander zugewandt dargestellt. Die mittlere Tafel ist bis auf einen einzelnen kleinen Punkt leer, der exakt an dem Punkt sitzt, an dem sich die Blicke der beiden Mädchen kreuzen. Dieser Punkt wird sowohl zum visuellen Fokus als auch zum Anker für die Spiegelung des Betrachters. Wer vor dem Triptychon steht, wird unwillkürlich zu diesem Punkt hingezogen und nimmt dabei automatisch die Position zwischen den Zwillingen ein – und vervollständigt damit das Bild als drittes Porträt. So hebt Pistoletto die Grenze zwischen Kunstwerk und Betrachter auf und verwandelt das Sehen in einen wechselseitigen Spiegelungsakt. Wie in seinen ikonischen Spiegelbildern dient die Spiegelung nicht nur als formales Mittel, sondern als philosophisches Konzept: Sich selbst zu sehen bedeutet, gesehen zu werden; einem Bild zu begegnen heißt, einen Raum relationaler Bedeutung zu betreten. Gemelle (Italienisch für „Zwillingsschwestern“) lädt still dazu ein, über Individualität, Symmetrie und das Selbst in der Gegenwart des Anderen nachzudenken.
Dieses Werk gehört zur Sammlung des Minneapolis Institute of Art.

Set EUR 7.500

Michelangelo Pistoletto 1997 Oggetti in meno – Souvenir

Oggetti in meno – Souvenir

1997

Herausgegeben für Documenta X
7 Daguerreotypien auf Keramikplatten, Größen von 8 x 10 x 0,5 bis 11 x 15 x 0,5 cm (3 x 4 bis 4½ x 6 in). Edition: 55, jeweils verso signiert und nummeriert.

Michelangelo Pistolettos Edition Oggetti in meno – Souvenir greift sieben Werke aus seiner bahnbrechenden Serie Oggetti in meno („Minus-Objekte“) von 1965–66 erneut auf, indem Fotografien der Originalstücke mittels des traditionellen Daguerreotypie-Verfahrens auf Keramikteller übertragen werden. Jedes Bild, in feiner Glasur dargestellt, wird so zugleich zu einem visuellen Dokument und einem skulpturalen Objekt – ein Echo auf Pistolettos konzeptuelle Auseinandersetzung mit Erinnerung und Darstellung. Die ursprünglichen Oggetti in meno markierten einen Wendepunkt in Pistolettos künstlerischer Laufbahn, da sie die Vorstellung des Kunstwerks als feste Form infrage stellten und stattdessen die Rolle des Betrachters sowie die relationale Natur von Kunst betonten. Mit Verweisen auf Alltagsgegenstände und häusliche Räume – Betten, Spiegel, Möbel – verwischte Pistoletto die Grenzen zwischen Kunst und Leben. Indem er diese Werke in sammelbare „Souvenirs“ verwandelt, ehrt und transformiert er sie zugleich und lädt zur Reflexion darüber ein, wie Kunst erinnert, bewahrt und neu erfahren wird.

EUR 2.000