



Kent State, 1970
Farbserigrafie auf Schoeller Turm Papier, 72,7 x 102 cm. Edition: 5000, signiert und nummeriert.
EUR 2.400
Richard Hamiltons Kent State (1970) bezieht sich auf die tragischen Ereignisse an der Kent State University in Ohio, wo Nationalgardisten auf Demonstrierende gegen den Vietnamkrieg schossen und vier Studenten töteten sowie weitere verletzten. Hamilton, der sich entschieden gegen die amerikanische Beteiligung am Vietnamkrieg stellte, nutzte die große Reichweite einer umfangreichen Edition, um ein eindringliches Statement gegen den Krieg zu schaffen. Die Arbeit zeigt einen gefallenen Studenten und basiert auf einem Standbild, das während einer BBC-Fernsehübertragung des Ereignisses von einem Fernsehbildschirm abfotografiert wurde.
Hamilton, einer der innovativsten Künstler im Umgang mit fotografischen Bildmotiven, bewahrt die verschwommene und verzerrte Qualität des Fernsehbildes. Die verwaschenen Konturen und sich überlagernden Farben vermitteln sowohl die Unmittelbarkeit als auch die Desorientierung des Ereignisses, wie es durch die Massenmedien ins öffentliche Bewusstsein gelangte. Indem Hamilton ein Fernsehbild politischer Gewalt in einen weithin verbreiteten Druck überführt, reflektiert er das Verhältnis zwischen Fotografie, Massenkommunikation und der Darstellung zeitgenössischer Ereignisse. Kent State befindet sich in den Sammlungen des Museum of Modern Art, New York, und der Tate, London.