Wolf Vostell
Wolf Vostell (1932-1998), geboren in Leverkusen, lebte und arbeitete in Berlin und Malpartida de Cáceres, Spanien. Als Wegbereiter der europäischen Nachkriegskunst und Mitbegründer der Fluxus-Bewegung war er ein Pionier des Happenings, der Video- und Installationskunst. In den 1950er Jahren entwickelte er das Konzept der Dé-coll/age, bei dem er abgerissene Plakate, Fragmente aus den Massenmedien und Alltagsgegenstände einsetzte, um vertraute Bilder aufzubrechen und gesellschaftliche Realitäten zu thematisieren.
Vostell war zudem eine zentrale Figur des Kapitalistischen Realismus, den er Anfang der 1960er Jahre in Düsseldorf gemeinsam mit Gerhard Richter, Sigmar Polke, Konrad Lueg und Manfred Kuttner entwickelte. Ausgehend von der Bildsprache der Konsumkultur und der Massenmedien entwickelten die Künstler eine kritische Auseinandersetzung mit der Realität der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft. Fernsehen, Autos, Werbung und andere Symbole der Massenkultur wurden zu wiederkehrenden Elementen in Vostells Werk, häufig verbunden mit Themen wie Krieg, politischer Gewalt und deutscher Geschichte. Sein Schaffen umfasst Malerei, Skulptur, Installation, Performance, Video und Druckgrafik.