Nan Goldin
Nan Goldin, geboren 1953 in Washington, D.C., lebt und arbeitet in New York, Berlin und Paris. Als eine der bedeutendsten und einflussreichsten Künstler*innen ihrer Generation begann Goldin in den 1970er-Jahren, verschiedene Subkulturen und marginalisierte Gemeinschaften zu dokumentieren, insbesondere jene, die außerhalb der Mainstream-Gesellschaft existierten. Mit roher Intimität und Ehrlichkeit fing sie deren Leben ein. Ihre Arbeiten befassen sich mit LGBTQ+-Communities und deren Umgang mit den verheerenden Auswirkungen der HIV/AIDS-Krise in den 1980er-Jahren, mit bohemischen und Underground-Kunstszenen, Punk- und Post-Punk-Subkulturen, Sexarbeiter*innen, Drag-Performer*innen sowie Menschen, die von Sucht betroffen sind. Ihre bewusst schnappschussartigen Fotos lehnen Voyeurismus zugunsten einer unmittelbaren emotionalen Nähe ab und bieten eine zutiefst humanisierende Perspektive auf diese Gemeinschaften, von denen viele zu ihrem Freundeskreis und ihrer „gewählten Familie“ gehören. So wurde ein Großteil von Nan Goldins Karriere auch vom Aktivismus geprägt: Sie machte auf die HIV/AIDS-Krise der 1980er-Jahre aufmerksam, führte Proteste gegen die anhaltende Opioid-Epidemie in den USA an und forderte einen Waffenstillstand in Gaza, Palästina.
Nan Goldin Editionen

Joey in my mirror
2002
Aus: Double Exposure
a: Joey in my mirror, Berlin 1992
b: Joey in my vanity mirror, NYC 1999
Zwei Cibachrome, je 51 x 61 cm (20 x 24 in). Auflage 45, signiert auf Arbeit a.
„Mein Werk kommt vom Schnappschuss her. Es ist die Form der Fotografie, die sich am meisten durch Liebe definiert." – Nan Goldin
Jedes von Goldins Fotos ist wie ein Fenster, das sich zu einem labyrinthartigen Körper von Geschichten öffnet – einige glücklich, einige tragisch. Ihre Arbeit ist im besten Sinne dokumentarisch: Sie bleibt nah an der Welt, die sie kennt, geht aber auch auf die Selbstinszenierung und den Pathos ein, die zusammen eine postmoderne Version des Romantizismus bilden. Nan Goldins Fotografien sind zu Wegmarken der zeitgenössischen visuellen Vorstellungskraft geworden, weltweit eifrig gesammelt und in den Mainstream integriert.

Alf and Fritz / Volcano
1998
Aus: Sequences
a: Alf Bold Dead, August 18, 1993;
b: Fritz Five Days Old, August 18, 1993;
c: Stromboli at Dawn.
Set aus drei Ilfochromen. Jeweils 40 x 50 cm (15¾ x 19¾ in), Set signiert auf Motiv b. Auflage 60 + X.
Nan Goldin zu dieser Edition: „Am 18. August 1993 verbrachte ich den Tag am Bett meines besten Freundes Alf Bold und hörte sein Sterben. Ich verließ kurz das Krankenhaus, um meinen Freund Hans Werner und seinen neugeborenen Sohn Fritz zu besuchen. Als ich eine Stunde später ins Krankenhaus zurückkehrte, war Alf gestorben.“
Set EUR 3.300