Dualität – Table und Tableau

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Table Tableau ist eine neue Serie großformatiger Editionen, in der zehn zeitgenössische Künstler:innen das Kunstwerk zugleich als Tisch und Tableau konzipieren. Ausgangspunkt ist die historische Praxis, auf hölzerne Tafeln zu malen – lange bevor die Leinwand zum Standard wurde. Im Deutschen zeigt sich dieser Zusammenhang auch sprachlich: Die Begriffe Tafel (= Tisch) und Tafelbild spiegeln die Nähe zwischen der alltäglichen Nutzfläche und der künstlerischen Darstellungsfläche wider. Jede:r Künstler:in wurde eingeladen, ein Werk aus Hochdrucklaminat (HPL) auf einer Holztafel zu entwickeln, das in zwei Orientierungen existieren kann: als funktionale Tischplatte auf Böcken oder als „Bild“ an der Wand. In diesem Wechselspiel zwischen Nutzbarkeit und Präsentation wird die Tafel erneut zu dem, was sie historisch war – Träger und Oberfläche, Struktur und Bild zugleich.

Das Projekt entstand aus einer Zusammenarbeit im Jahr 2019 anlässlich des 100-jährigen Jubiläums von Thonet, des wegweisenden Möbelherstellers, dessen Innovationen bis heute das moderne Design prägen. Während einige Künstler:innen Werke geschaffen haben, die fließend zwischen Wand und Boden wechseln, betonen andere die Bedingungen, die ihre jeweilige Form und Nutzung definieren. Gemeinsam erweitern diese Editionen den traditionellen Begriff der Auflage und untersuchen, wie Kunst Räume bewohnen und verwandeln kann – an der Wand, im Raum oder im Gebrauch.


J  O  H  N    A  R  M  L  E  D  E  R

Für Untitled (Thonet) destilliert John Armleder sein charakteristisches Punktmotiv zu einer eleganten, industriell gefertigten Oberfläche, die gleichermaßen als Tisch oder Tableau erscheinen kann. In Schwarz-auf-Weiß- bzw. Weiß-auf-Schwarz-HPL ausgeführt, verwandelt die Arbeit serielle Muster in ein anpassungsfähiges Feld, das je nach Ausrichtung und Verwendung seinen Charakter verändert. Sein Raster aus präzise gesetzten Kreisen evoziert die Geschichte des Minimalismus und der geometrischen Abstraktion, doch verschieben sich diese Bezüge hier mühelos in die Sprache von Möbeln, Dekor und Alltagskultur. In dieser Übersetzung vom malerischen Gestus zur industriellen HPL-Oberfläche betont Armleder die produktive Spannung zwischen Objekt und Bild, Einzigartigkeit und Wiederholung – und bietet einen prägnanten Blick darauf, wie Kunst die Räume, die sie betritt, bewohnen und neu definieren kann.

John Armleder
Untitled (Thonet), 2021/2025

Aus: Table Tableau
Laminat (HPL) auf Holzplatte (schwarz auf weiß oder weiß auf schwarz), 200 × 90 × 4 cm, verwendbar als Tischplatte auf Böcken oder als Bild an der Wand in horizontaler oder vertikaler Ausrichtung. Edition limitiert auf 30 + 3 A.P., mit einer rückseitig angebrachten Signaturplakette sowie einem signiertem und nummeriertem Künstlerzertifikat.

EUR 8.000

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In dieser verwandten Leinwandarbeit setzt sich Armleder mit seinem emblematischen Punktmotiv über die Direktheit von Acryl auf Leinwand auseinander. In zwei chromatischen Varianten – Weiß auf Gold und Gold auf Weiß – präsentiert, greifen die Kompositionen die Umkehrungen und die serielle Logik seines HPL-Werks auf, bieten jedoch eine deutlich andere Erfahrung. Die handgemalte Oberfläche erzeugt eine subtile Vibration, die das Werk von industrieller Präzision hin zu einem stärker malerischen Ausdruck verschiebt und die Farbe eher als Atmosphäre denn als reine Oberfläche betont. Im Dialog mit seinem HPL-Gegenstück unterstreicht die Leinwand Armleders fließenden Wechsel zwischen Medien und Produktionsweisen, verweist zugleich auf die Traditionen des Minimalismus und des Dekorativen und lädt dazu ein, die Rolle des Materials für das Sehen neu zu bedenken.

John Armleder
Untitled (Thonet), 2019/2025

Aus: Table Tableau
Acryl auf Leinwand, 200 × 90 × 4 cm (79 × 35,4 × 1,6 in). Edition limitiert auf 5 in Acryl in Weiß auf Gold gemalt und 5 in Gold auf Weiß gemalt, vom Künstler auf dem beiliegenden Zertifikat signiert und nummeriert.
EUR 15,000

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D  A  N  I  E  L    B  U  R  E  N

Daniel Buren erweitert das Konzept von Table Tableau vom einzelnen hybriden Objekt zu einem dynamischen, ortsbezogenen System. Da er die Gattung des „Gemäldes“ grundsätzlich ablehnt und stattdessen Werke entwickelt, die sich in situ mit ihrem Umfeld verschränken, nutzt Buren die Tischplatte als materielles und strukturelles Element, um das Projekt räumlich zu aktivieren. Sein Beitrag entfaltet sich in zwei Formaten: einer Wandinstallation und einer Reihe einzelner Tischplatten. Durchgehend begreift Buren Kontext und Architektur als integrale Bestandteile seiner Arbeit und verwendet sein charakteristisches 8,7-cm-Streifenmotiv, um zu untersuchen, wie visuelle Strukturen Wahrnehmung formen.

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1. Les Deux Plateaux, permanente Installation in situ, Cour d'Honneur du Palais Royal, Paris, 1985–1986 | 2. Color, Rhythm, Transparency – The Double Frieze, Arbeit in situ, in “The Eye of the Storm”, Solomon R. Guggenheim Museum (Thannhauser Gallery 3), New York, 2005 | 3. Three-coloured fountain walls for a hexagon, Arbeit in situ, Pistoia, Italy, 2005–2011 | 4. Triptychon: eine Arbeit in situ, Galerie Thomas Schulte, Berlin, 2016

Für die Wandinstallation werden drei HPL-Tischplatten – jeweils durch ein eigenes geometrisches Motiv und eine RAL-definierte Farbgebung charakterisiert – innerhalb eines sichtbar gezeichneten Rasters montiert. Ihre Positionen lassen sich in beliebiger horizontaler Ausrichtung und Konfiguration bestimmen und eröffnen so räumliches Spiel und interpretative Offenheit. Das Raster fungiert als Rahmen wie als Feld und verbindet Wand, Oberfläche und Objekt zu einer gemeinsamen visuellen Ebene. Durch die Verschiebung vom potenziellen Möbelstück zur modularen Wandkomposition rückt die Arbeit die Bedingtheit der Präsentation in den Vordergrund und verdeutlicht, wie Platzierung und Ausrichtung Bedeutung aktiv formen.

Daniel Buren
[Table Top Installations], 2021/2025

Aus: Table Tableau
Installation mit drei Tischplatten (mit HPL beschichtete Holzplatten), jeweils 95,7 × 200,1 × 4,35 cm; gemäß den Anweisungen des Künstlers innerhalb eines auf die Wand gezeichneten Rasters zu installieren. Edition limitiert auf 15 (+ 2 A.P.) einzigartige dreiteilige Werke, vom Künstler auf dem beiliegenden Zertifikat gestempelt und nummeriert.

 

EUR 28.000

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Diese Fragestellung setzt sich in den für Table Tableau konzipierten Tischplatten fort, die Burens formale Sprache in den Bereich des Gebrauchs überführen. Jede HPL-beschichtete Platte weist eine eigene geometrische Konfiguration und Farbgebung auf und verwandelt die horizontale Fläche in ein Bildfeld. Obwohl sie zur Nutzung auf Böcken gedacht sind, bewahren diese Arbeiten die Klarheit und Strenge von Burens visueller Sprache – insbesondere der präzisen Streifen, die zugleich als Struktur und Zeichen fungieren. In Dialog mit der Wandinstallation zeigen die Tischplatten, wie Kontext Wahrnehmung lenkt und wie sich die Arbeiten mühelos zwischen Möbel, Bild und Architektur bewegen.

Daniel Buren
[Table Tops], 2021/2025

Aus: Table Tableau
Tischplatte. Mit HPL beschichtete Holzplatte, 95,7 × 200,1 × 4,35 cm, zur Platzierung auf Böcken. Edition limitiert auf 15 (+ 2 A.P.) Unikate, vom Künstler auf dem beiliegenden Zertifikat gestempelt und nummeriert.

EUR 9.000

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P  E  T  E  R    H  A  L  L  E  Y

Peter Halley erforscht seit den 1980er-Jahren die visuelle Sprache moderner Systeme durch seine charakteristische Geometrie aus Cells und Conduits. Diese Formen dienen als Metaphern für die Netzwerke und Einschließungen, die sozialen und architektonischen Raum prägen, und kartieren zugleich Verbindung und Isolation innerhalb gebauter Umgebungen.

Weitere Beispiele für Halley’s langjährige Auseinandersetzung mit Cells und Conduits:

Peter Halley
Organizational Charts, 1990
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Peter Halley
Somebody / Nobody, 1998
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Peter Halley
Relief, 2001
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Peter Halley
Glossary, 2023
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Für Table Tableau überträgt Halley dieses geometrische Vokabular auf das hybride Format, das Kunstwerk und Gebrauchsobjekt miteinander verbindet. Die ineinandergreifenden Bahnen, die die Oberfläche von Serpentine Table durchziehen, greifen seine markanten Strukturen auf – abstrakte Systeme, die Bewegung und Begrenzung gleichermaßen artikulieren. In Malvenpink oder Grau als HPL ausgeführt, bewahrt die Komposition Halleys charakteristische Klarheit und schlägt zugleich einen unmittelbareren Dialog mit dem alltäglichen Raum vor. Ob auf Böcken platziert oder an der Wand präsentiert – die Arbeit führt Halleys Untersuchung der Schnittstellen von Struktur, System und sozialem Raum fort und lädt dazu ein, neu zu bedenken, wie ein Bild funktionieren kann und wohin es gehören mag.

Peter Halley
Serpentine Table, 2021/2025

Aus: Table Tableau
Laminat (HPL) auf Holzplatte (in Malvenrosa oder Grau), 90 × 200 × 4 cm, verwendbar als Tischplatte auf Böcken oder als Bild an der Wand in horizontaler Ausrichtung. Edition limitiert auf 30 + 3 A.P., mit einer rückseitig angebrachten Signaturplakette sowie einem signiertem und nummeriertem Künstlerzertifikat.

EUR 8.000

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K  E  I  T  H    H  A  R  I  N  G

Diese Tischplatte übersetzt eine von Keith Harings ikonischen Allover-Kompositionen in eine lebendige, nutzbare Oberfläche. Das dichte Netzwerk ineinandergreifender Linien und Figuren – in markantem Schwarz und Weiß ausgeführt – transportiert die Unmittelbarkeit und den grafischen Puls, die Harings Bildsprache prägen. Durch die Überführung vom Gemälde ins HPL gelangen seine energiegeladenen Formen in den Alltag und knüpfen an Harings langjährige Verpflichtung zu Zugänglichkeit und zur Verbindung von Kunst und Alltagsleben an. Als funktionales Objekt und zugleich als Bildfeld unterstreicht die Tischplatte Harings Überzeugung, dass Kunst sich frei zwischen Kontexten bewegen kann und überall offene Begegnungen ermöglicht.

Keith Haring
Table Top, 2019/2025

Aus: Table Tableau
Laminat (HPL) auf Holzplatte, 90 × 200 × 4 cm, als Tischplatte auf Böcken zu verwenden. In Schwarz auf Weiß oder Weiß auf Schwarz. Nach einem Gemälde von Keith Haring, lizenziert © 2019 von der Keith Haring Foundation. Diese Edition ist unsigniert und unlimitiert, aber auf dem beiliegenden Zertifikat des Herausgebers nummeriert.

EUR 8.000

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A  N  I  S  H    K  A  P  O  O  R

Mit Fold überführt Anish Kapoor eine seiner charakteristischen räumlichen Illusionen in das hybride Format von Table Tableau. Ein strahlendes Farbgradient von Gelb zu tiefem Rot scheint in die Oberfläche einzusinken und erzeugt eine optische Falte, die Tiefe und Innerlichkeit evoziert. Diese subtile, zugleich kraftvolle Farbwirkung belebt die Platte sowohl horizontal auf Böcken als auch als Wandobjekt und lädt dazu ein, über die Instabilität von Oberfläche und Wahrnehmung nachzudenken. Im Wechselspiel zwischen Objekt und Bild, Gebrauch und Kunstwerk erweitert Fold Kapoors Erforschung immaterieller Räume – dort, wo das Sichtbare sich stets zu einem Dahinter öffnet.

Anish Kapoor
Fold, 2024/2025

Aus: Table Tableau
Laminat (HPL) auf Holzplatte, 90 × 200 × 4 cm, zur Platzierung auf Böcken oder horizontal an der Wand zu hängen. Edition limitiert auf 30 + 6 A.P., signiert und nummeriert auf der rückseitig angebrachten Plakette.

EUR 30.000

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J  O  S  E  P  H    K  O  S  U  T  H

Als Pionier der Konzeptkunst untersucht Joseph Kosuth seit mehr als fünf Jahrzehnten die Strukturen, durch die Bedeutung entsteht. Seine Praxis rückt die Sprache als Medium und Sujet gleichermaßen ins Zentrum und befragt das Verhältnis zwischen Worten, Objekten und Ideen. Diese Linie des Denkens verdichtete sich in den wegweisenden Arbeiten seiner One and Three-Serie aus den mittleren 1960er-Jahren, in denen ein Objekt gemeinsam mit seiner fotografischen Darstellung und seiner Wörterbuchdefinition präsentiert wurde.

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1. One and Three Chairs, 1965 | 2. One and Three Doors, 1965 | 3. One and Three Tables, 1965 | 4. One and Three Brooms, 1965

Diese Methodik überträgt Kosuth im Rahmen von Table Tableau auf ‘Table, Tabula’ [Table Format] und stellt die Sprache als Kern des Werks heraus. Eine Wörterbuchdefinition des Begriffs „table“ wird präsentiert und durch eine Fotografie der entsprechenden Tischplatte überlagert – eine Anordnung, die direkt auf die konzeptuelle Triangulierung von Objekt, Bild und Text in One and Three verweist. Durch die Überblendung von Darstellung und Referent zeigt die Arbeit auf, wie sprachliche und visuelle Systeme die Bedeutungszuweisung prägen – und zugleich destabilisieren. Horizontal an der Wand präsentiert, reflektiert das Werk darüber, wie Sprache den Alltag strukturiert, und verkörpert zugleich das Paradox eines Kunstwerks, das sowohl von einem Tisch handelt als auch visuell als solcher erscheint.

Joseph Kosuth
‘Table, Tabula’ [Table Format], 2019/2025

Aus: Table Tableau
Laminat (HPL) auf Holzplatte, 90 × 200 × 4 cm, horizontal an der Wand zu hängen. Edition von 15 + 2 A.P., signiert und nummeriert auf dem beiliegenden Zertifikat des Künstlers.

EUR 8.000

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Die zweite Ausführung, ‘Table, Tabula’ [Table Top], richtet den Fokus ausschließlich auf die sprachliche Ebene. Die Oberfläche zeigt dieselbe Wörterbuchdefinition, verzichtet jedoch auf das fotografische Bild, das in der Wandarbeit erscheint. Zur Verwendung auf Böcken als funktionale Fläche gedacht, bewegt sich die Arbeit in einem Zwischenraum von Objekt und Aussage: Sie verweist zugleich auf den Tisch als physische Stütze und als sprachliche Konstruktion. Diese Verbindung von Gebrauchsgegenstand und Text führt Kosuths grundlegende Untersuchung der Bedeutungsproduktion fort – hier als Tisch, der nicht abbildet, sondern definiert.

Joseph Kosuth
‘Table, Tabula’ [Tabletop Only Format], 2019/2025

Aus: Table Tableau
Laminat (HPL) auf Holzplatte, 90 × 200 × 4 cm, zur Platzierung auf Böcken (Modell wie abgebildet). Edition limitiert auf 15 + 2 A.P., signiert und nummeriert auf dem beiliegenden Zertifikat des Künstlers.

EUR 8.000
+ EUR 1.500 für die Böcke

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S  A  R  A  H    M  O  R  R  I  S

Aggressivity and Thinking überführen die visuelle Logik von Sarah Morris' Sound Graphs in die vertikalen Proportionen von Table Tableau. Streifen und kreisförmige Elemente – basierend auf dem Spektrogramm eines Gesprächs – scheinen über die Oberfläche zu pulsieren und formen eine codierte Abstraktion, die auf zugrunde liegende Strukturen verweist, ohne sie offenzulegen. Die geschichtete Geometrie und die gesättigte Farbpalette erzeugen ein Gefühl von Bewegung und Lebendigkeit und ziehen den Blick in einen Raum, in dem sich Information und Bild überlagern. Indem Morris auf Systeme der Notation anspielt, zugleich aber dezidiert nicht-narrativ bleibt, verwischt sie die Grenzen zwischen Sehen und Verstehen und präsentiert ein Werk, das gleichermaßen analytisch wie sinnlich wirkt.

Sarah Morris
Aggressivity and Thinking, 2021/2025

Aus: Table Tableau
Siebdruck aus sechs Farben und Lack auf Somerset Tub 410 g/m² Papier, 200 × 90 cm. Edition limitiert auf 15 + 3 A.P., signiert und nummeriert auf rückseitigem Label.

EUR 12.000

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T  O  B  I  A  S    R  E  H  B  E  R  G  E  R

Mit Not always but better überführt Tobias Rehberger sein Interesse an optischem Spiel und räumlicher Mehrdeutigkeit in das doppelte Format von Tisch und Tableau. Über die Oberfläche breitet sich ein dynamisches Feld aus wiederkehrenden geometrischen Formen und stark kontrastierenden Farben aus, das beim Betrachten einen pulsierenden Effekt erzeugt und sich scheinbar ausdehnt oder zusammenzieht. Dieser instabile Wahrnehmungsraum stellt den Status des Werkes als Gebrauchsobjekt infrage und verwandelt es in einen aktiven Ort sinnlicher Erfahrung. Ob an der Wand präsentiert oder auf Böcken platziert – die Arbeit unterstreicht Rehbergers anhaltende Beschäftigung damit, wie Design, Ornament und Wahrnehmung ineinandergreifen, um die Orientierung des Betrachters herauszufordern.

Tobias Rehberger
Not always but better, 2021/2025

Aus: Table Tableau
Laminat (HPL) auf Holzplatte, 90 × 200 × 4 cm, als Tischplatte auf Böcken zu verwenden oder an der Wand zu hängen. Edition limitiert auf 30 + 3 A.P., mit einer rückseitig angebrachten Signaturplakette sowie einem signierten und nummerierten Künstlerzertifikat.

EUR 8.000

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T  H  O  M  A  S    R  U  F  F

In Zycle (Thonet) überführt Thomas Ruff eine seiner digital erzeugten Linienkompositionen in ein duales Objekt. Ausgehend von Darstellungen des Magnetismus entwickelt Ruff Linienkonfigurationen, die an Planetenbahnen, abstrakte Lineaturen oder musikalische Oszillation erinnern. Feine, schwungvolle Kurven überziehen die Oberfläche und evozieren Bewegungsbahnen in einem angedeuteten dreidimensionalen Raum.
In invertierten Schwarz-auf-Weiß- oder Weiß-auf-Schwarz-Versionen ausgeführt, erweitert die Arbeit Ruffs Auseinandersetzung mit dem Verhältnis zwischen technologischer Bildproduktion und Wahrnehmung, indem sie von der bildschirmbasierten Abstraktion auf eine greifbare, architektonische Ebene übergeht. Ob auf Böcken präsentiert oder horizontal an der Wand montiert – Zycle (Thonet) macht deutlich, wie Kontext und Ausrichtung die Erfahrung eines Bildes prägen.

Thomas Ruff
Zycle (Thonet), 2021/2025

Aus: Table Tableau
Laminat (HPL) auf Holzplatte, 90 × 200 × 4 cm, zur Platzierung auf Böcken oder an der Wand zu hängen. Zwei Farbversionen: Schwarz auf Weiß oder Weiß auf Schwarz. Edition limitiert auf insgesamt 40 + 4 A.P., mit einer rückseitig angebrachten Signaturplakette sowie einem signierten und nummerierten Künstlerzertifikat.

EUR 8.000

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Weitere Werke aus Ruffs zycles Serie:

Thomas Ruff
cassini/zycles, 2010

Set mit 3 Digital Pigment Prints (Ditone) auf Fotopapier, je 85 x 68 cm (33½ x 26¾ in). Edition: 30, jeweils verso signiert und nummeriert.

Set EUR 6.000

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Thomas Ruff
zycles II, 2013

Set aus drei Digital Pigment Prints (Ditone) auf semitransparenter Polyesterfolie; linkes und rechtes Blatt je 100 x 76.7 cm, mittiges Blatt 100 x 80 cm (39½ x 30¼ or 39½ x 31½ in). Edition: 15, jeweils signiert und nummeriert. 

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R  O  S  E  M  A  R  I  E    T  R  O  C  K  E  L

In DINING Table nähert sich Rosemarie Trockel der Tischplatte als konzeptuellem Diagramm. Spärliche lineare Markierungen geben proportionale Beziehungen an und übersetzen sowohl metrische als auch angloamerikanische Maßeinheiten in visuelle Form. Diese kalibrierten Spuren evozieren einen Raum, in dem Planung, Berechnung und Vorstellungskraft aufeinandertreffen. Zugleich pragmatisch und abstrakt verwandeln diese Notationen die Platte in ein Feld potenzieller Handlungen, anstatt ein fixes Bild zu erzeugen. Der ironische Verweis des Titels auf „DIN“ spielt auf Normierungsprozesse an, doch das Werk entzieht sich einer rein instruktiven Lesart; vielmehr hinterfragt es, wie Maßsysteme sowohl Form als auch Denken strukturieren. Auf Böcken positioniert oder an die Wand gehängt, lädt DINING Table dazu ein, den Schnittpunkt von Ordnung, Gebrauch und künstlerischer Spekulation zu betrachten.

Rosemarie Trockel
DINING Table, 2021/2025

Aus: Table Tableau
Laminat (HPL) auf Holzplatte, 90 × 200 × 4 cm, als Tischplatte auf blauen Böcken (Modell wie abgebildet) zu verwenden oder horizontal an der Wand zu hängen. Edition limitiert auf 30 + 3 A.P., mit einem signierten und nummerierten Künstlerzertifikat.

EUR 8.000 (+ EUR 1,500 für die Böcke)

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In ihrer Gesamtheit erweitern die Werke von Table Tableau das Verständnis des edierten Kunstwerks. Indem der Tisch sowohl als praktische Oberfläche wie auch als bildnerisches Sujet behandelt wird, erkunden die beteiligten Künstlerinnen und Künstler jene materiellen, sprachlichen und räumlichen Systeme, durch die Bedeutung entsteht. Das Projekt rückt Fragen von Orientierung, Reproduzierbarkeit und Kontext in den Vordergrund und zeigt, wie wechselnde Präsentationsformen neue Interpretationen hervorbringen. Letztlich erscheint der Tisch als Ort der Dualität – als konzeptuelles Scharnier zwischen Funktion und Symbol, Objekt und Bild, dem Häuslichen und dem Institutionellen.